Während die meisten Menschen sich nach dem kalten grauen Winter über die Sonne, die aufblühende Natur und Frühlingskraft freuen, ist gerade diese Phase für Heuschnupfen-Geplagte eine schwierige Jahreszeit. Die explosive Energie, mit der die Flora wieder zum Leben erwacht, befördert auch große Mengen an Blütenpollen in die Umwelt.

Etwa 15 der Bevölkerung leiden an einer Allergie auf die Blütenpollen. Besonders in den Frühlings- und Sommermonaten müssen diese Menschen Symptome erdulden wie:
– Laufende oder verstopfte Nase
– Tränende Augen
– Juckende und brennende Schleimhäute
– Halsschmerzen
– Häufiges Niesen

Manche Patienten entwickeln ein richtiges Krankheitsgefühl mit Leistungseinbruch, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit; einige reagieren sogar mit Kurzatmigkeit und Atemnot. Insgesamt verursachen Pollenallergien einen Symptomenkomplex, der die Lebensfreude, die das Frühjahr mit sich bringen sollte, stark beeinträchtigen kann.

Gesundheitsfaktoren als Nährboden für Allergien

Auf der Suche nach Hilfe stellt sich die Frage: Welche Faktoren begünstigen die Entstehung für solche Allergien und lassen sie sich beeinflussen?

  1. Unsere genetische Veranlagung ist ein solcher Faktor: Wenn in der Familie, besonders bei den Eltern, Allergien oder Asthma vorkommen, ist das Risiko, selbst Heuschnupfen zu entwickeln, höher.
  2. Umwelteinflüsse können Heuschnupfen begünstigen: Luftverschmutzung, Zigarettenrauch und andere Umweltgifte können das Risiko für die Entwicklung von Allergien allgemein erhöhen.
  3. Eine besonders wichtige Rolle spielt unser Immunsystem: Ein geschwächtes Immunsystem oder eine Überreaktion des Immunsystems auf harmlose Substanzen kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Heuschnupfen zu entwickeln.
  4. In diesem Zusammenhang darf die Darmgesundheit nicht vernachlässigt werden: Ein Ungleichgewicht im Mikrobiom des Darms oder Reizungen der Darmschleimhaut, wie sie im Rahmen von Mikroentzündungen oder Leaky Gut vorkommen, beeinflussen das Immunsystem und erhöhen so das Risiko für Allergien.
  5. Entzündungsreaktionen nähren die Entstehung von Heuschnupfen: Chronische Entzündungsprozesse, insbesondere die sogenannte „Silent Inflammation“ fördern nicht nur Alterungsprozesse, sie erhöhen auch das Risiko für Allergien und andere immunologische Erkrankungen.
  6. Über den Lebensstil haben wir vieles selbst in der Hand: Eine ungesunde Ernährung, Mikronährstoffdefizite, Bewegungsmangel, Stress und mangelnde Balance können ebenfalls negative Auswirkungen auf das Immunsystem haben und die Anfälligkeit für Allergien erhöhen.

Welche Nährstoffe und Natursubstanzen helfen den Betroffenen?

Während viele Arzneimittel gegen Allergien Nebenwirkungen haben und beispielsweise starke Müdigkeit verursachen können, gibt es einige natürliche Helfer, die die Allergiesymptome abmildern und das Befinden verbessern können. Zu diesen gehören:

  1. Vitamin C: Dieses Antioxidans kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und das Immunsystem zu stärken. Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, Paprika, Brokkoli und Erdbeeren sind reich an Vitamin C. In der akuten Heuschnupfenphase können Kau- oder Lutschtabletten, die mehrmals täglich eingenommen werden eine gut verträgliche Unterstützung sein.
  2. Vitamin D: Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel kann das Immunsystem unterstützen und möglicherweise das Risiko für Allergien verringern. Sonnenlicht ist eine wichtige Quelle für Vitamin D, Experten empfehlen jedoch generell eine Supplementierung von 4000-6000IE für einen 70kg schweren Erwachsenen, da ein Mangel an diesem Vitamin sehr weit verbreitet ist.
  3. Omega-3-Fettsäuren: Diese gesunden Fette haben entzündungshemmende Eigenschaften und können helfen, allergische Reaktionen zu mildern. Da sie über die Nahrung kaum in ausreichender Menge aufgenommen werden können, gilt die Empfehlung, mit 2-3g EPA und DHA täglich zu ergänzen.
  4. Zink: Zink spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem und kann helfen, Entzündungen zu reduzieren. Während der Allergiezeit kann eine Ergänzung mit einer organischen Zinkverbindung, wie beispielsweise Zinkcitrat sinnvoll sein.
  5. Magnesium: Magnesium kann helfen, die Atemwege zu entspannen und die Symptome von Allergien zu lindern. In allen grünen Gemüsen und Kräutern ist Magnesium enthalten. Da es im Stress vermehrt verbraucht wird, sprechen sich viele Therapeuten für eine regelmäßige Ergänzung mit Magnesium aus.
  6. Quercetin: Ein pflanzliches Flavonoid, das in Zwiebeln, Äpfeln, Beeren und grünem Tee vorkommt. Quercetin hat antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und kann helfen, die Freisetzung von Histamin zu reduzieren. Im Gegensatz zu vielen synthetischen Antihistaminika macht es nicht müde, sondern wird auch bei Erschöpfungszuständen empfohlen.
  7. Pro- und Präbiotika: Diese „guten“ Bakterien und das entsprechende Futter für diese Helfer unterstützen die Darmgesundheit und können das Immunsystem stärken. Eine Kombination aus verschiedenen Bakterienfamilien und unterschiedlichen Faser-Stoffen helfen, ein natürliches Gleichgewicht wieder herzustellen
  8. L-Glutamin: Die Aminosäure stärkt das Immunsystem und begünstigt die Stabilität der Darmschleimhaut. Besonders, wenn Allergien und Darmbeschwerden, wie beispielsweise Leaky Gut gemeinsam auftreten, kann eine Kur mit L-Glutamin Linderung bringen.
  9. Astragalus: Astragalus oder Tragantwurzel stärkt die Darmschleimhaut und hat histaminregulierende Eigenschaften. Auszüge aus der Pflanze können also bei Allergieneigung eine unterstützende Komponente sein. Pflanzen sind meist Multitalente: Astragalus gilt als Adaptogen und fördert die innere Balance, außerdem gilt er als sanft immunmodulierend. Als spagyrischer Kräuterauszug wirkt er ganzheitlich auf Körper, Seele und Geist.
  10. Spagyrische Kräuterkombinationen: Um Nährstoffe aus der Nahrung oder aus Ergänzungsmitteln gut verwerten zu können, muss der gesamte „innere Alchemist“ optimal arbeiten. Spagyrische Kräuterkombinationen, wie die Quinta Essentia Kräutertinktur unterstützen die Aufnahme und Verwertung von Nährstoffen und verbessern den energetischen Fluss. Mit 21 verschiedenen Heilpflanzen spricht die Quinta Essentia Kräutertinktur den Darm und das Immunsystem, aber auch die innere Balance auf allen Ebenen an.

Natur hilft

Wenngleich eine Abklärung durch therapeutische Unterstützung bei medizinischen Belangen stets sinnvoll ist, können natürliche Substanzen gut verträgliche Hilfe auch bei Heuschnupfen und anderen Allergien bieten. Eine ausreichende Grundversorgung mit allen Nährstoffen, ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil reduzieren das Risiko für die Entstehung von Allergiesymptomen schon im Vorfeld.

Studien:
– Alnori H, Alassaf FA, Alfahad M, Qazzaz ME, Jasim M, Abed MN. Vitamin D and Immunoglobulin E Status in Allergic Rhinitis Patients Compared to Healthy People. J Med Life. 2020;13(4):463-468. doi:10.25122/jml-2020-0015.
– Gardner KG et al. Prenatal Omega-3 and Omega-6 Polyunsaturated Fatty Acids and Childhood Atopic Dermatitis. J Allergy Clin Immunol Pract 2019 Oct 15; pii S2213-2198(19)30857-8

Portraitaufnahme von Heilpraktikerin und Gesundheitsexpertin Christine Baumann

Über den Autor
Christine Baumann ist Heilpraktikerin in eigener Praxis im niederbayerischen Rottal. Ihr therapeutisches Spektrum verbindet Pflanzenheilkunde, Spagyrik, Homöopathie, manuelle Therapien und andere Verfahren aus der Traditionellen Abendländischen Medizin mit modernen Ansätzen aus anthroposophischer und orthomolekularer Medizin, sowie Ernährungstherapie. Praxisschwerpunkte sind Frauengesundheit, Darmgesundheit, Stoffwechsel und Immunsystem.

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