Kaum ein Laborwert wird so heiß diskutiert, wie der Cholesterinwert. Dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen, denn Hintergründe zu dieser Zahl sind sehr komplex.

Was ist Cholesterin überhaupt?

Cholesterin ist eine lebenswichtige Substanz, ein Baustein, ohne den der Körper schlicht nicht funktioniert. Der Großteil des Cholesterins, etwa 70 bis 80 Prozent, wird vom Körper selbst hergestellt, hauptsächlich in der Leber. Der Rest kommt über die Nahrung. Und ja, der Körper reguliert diese Produktion selbst: isst du mehr, produziert er weniger, und umgekehrt.
Cholesterin ist Ausgangsstoff für:

  • Sexualhormone wie Östrogen, Testosteron und Progesteron
  • Stresshormone wie Cortisol und DHEA
  • Gallensäuren, die für die Fettverdauung und die Aufnahme fettlöslicher Vitamine unentbehrlich sind
  • Vitamin D – das der Körper aus Cholesterin und Sonnenlicht selbst bildet
  • die Zellmembran jeder einzelnen Körperzelle, für deren Stabilität und Flexibilität
  • Myelin, die Schutzschicht der Nervenfasern

Kurz gesagt: Cholesterin ist Rohstoff für Hormone, Nerven und Zellen. Wir brauchen es für unsere Gesundheit.

Das böse Frühstücksei – ein Mythos, der sich hartnäckig hält

Jahrzehntelang galt es als gesichert: Wer viel Cholesterin isst, hat viel Cholesterin im Blut. Der Konsum von Eiern wurde zum Symbol für cholesterin-ungesunde Ernährung. Inzwischen weiß man es besser.

Der Zusammenhang zwischen Nahrungscholesterin und Blutcholesterin ist für die meisten Menschen schwach bis vernachlässigbar. Der Körper passt seine Eigenproduktion an die Zufuhr an. Wer täglich drei Eier frühstückt, bremst die körpereigene Cholesterinsynthese. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat schon 2015 die bis dahin bestehende Höchstmengenempfehlung für Nahrungscholesterin gestrichen, das wird jedoch kaum publiziert.

Viel relevanter für den Cholesterinspiegel sind die Qualität der Fette in der Ernährung, der Zuckerkonsum, Bewegungsmangel, chronische Entzündungen, Stress oder hormonelle Dysbalancen. Das Ei ist längst rehabilitiert. Es gibt allerdings bei der Qualität der Fettsäurezusammensetzung im Ei signifikante Unterschiede zwischen dem Ei eines Huhns mit Auslauf und natürlichem Futter und einem Huhn, das zwar in „Freilandhaltung“ lebt, sich aber nicht wirklich frei bewegen kann. Das glückliche Bio-Huhn des Vertrauens liefert also definitiv das gesündere Frühstücks-Ei!

Ein erhöhter Wert allein ist noch keine Diagnose

Bei der Beschäftigung mit den Blutwerten zum Thema Cholesterin wird es spannend. Ich erlaube mir da, von der Standarderzählung abzuweichen.
Ein Gesamtcholesterin über 200 mg/dl gilt seit Jahrzehnten als behandlungsbedürftig. Doch wann wurden diese Grenzwerte festgelegt? Und von wem? Die Referenzbereiche wurden im Laufe der Jahrzehnte mehrfach nach unten korrigiert – und jede Korrektur hat die Zahl der behandlungsbedürftigen Patienten erheblich vergrößert. Eine Beobachtung, die nachdenklich macht.

Klar ist: Ein Cholesterin, das schon immer leicht erhöht war und sich nie verändert hat, kann eine genetische Disposition sein – mit keinerlei Krankheitswert. Menschen mit familiär erhöhten Werten leben genauso lange wie die mit vermeintlichen Bilderbuch-Werten, wenn sie sonst gesund sind.

Interessanter wird es, wenn der Wert plötzlich ansteigt. Dann lohnt die Frage: Warum tut der Körper das gerade? Der Körper erhöht die Produktion ja nicht ohne Grund. Mögliche Ursachen sind vielfältig:

  • Hormonelle Dysbalancen, zum Beispiel in der Perimenopause, wenn der Östrogenabfall die hepatische Cholesterinsynthese verändert
  • Gallensäureverlustsyndrom: Wenn Gallensäuren nicht ausreichend rückresorbiert werden, produziert die Leber mehr Cholesterin als Ersatz
  • Vitamin-D-Mangel: Cholesterin ist Vorstufe von Vitamin D. Fehlt Sonnenlicht und damit der Verbrauch, staut sich der Rohstoff
  • Schilddrüsenunterfunktion: verlangsamter Stoffwechsel, verlangsamter Cholesterinabbau
  • Chronischer Stress: Cortisol wird aus Cholesterin gebaut – anhaltender Stress erhöht den Bedarf
  • Insulinresistenz und erhöhter Zuckerkonsum: Zucker treibt die Leber zur vermehrten VLDL-Produktion

Unsere Biochemie ist so unglaublich intelligent. Fragen nach den Ursachen für einen erhöhten Wert zu stellen, bevor man anfängt, ihn mit Gewalt chemisch zu senken, erscheint mir eine wesentliche therapeutische Aufgabe.

Wann hat ein erhöhter Cholesterinwert wirklich mit Gefäßgesundheit zu tun?

Generell lohnt sich im medizinischen Bereich immer ein differenzierter Blick. Ein erhöhtes Herzkreislaufrisiko wird wahrscheinlicher, wenn mehrere der folgenden Faktoren zusammenkommen:

  • Gehäufte Herzkreislaufereignisse in der Familie (Herzinfarkt vor dem 60. Lebensjahr bei Eltern oder Geschwistern)
  • Erhöhtes Lipoprotein(a): Lp(a) ist genetisch bestimmt und ein eigenständiger Risikofaktor, der oft übersehen wird, weil er standardmäßig nicht mit gemessen wird
  • Niedriges HDL-Cholesterin kombiniert mit hohen Triglyceriden ist ein klassisches metabolisches Muster
  • Hoher Anteil an oxidiertem LDL oder kleinen, dichten LDL-Partikeln (sdLDL) – diese sind gefäßschädlicher als große LDL-Partikel
  • Nachweisbare Gefäßveränderungen im Angiogramm oder Karotis-Ultraschall
  • Erhöhtes hochsensitives CRP als Marker für stille Entzündung
  • Erhöhte Homocysteinwerte als Marker für gestörten Methylierungsstoffwechsel
  • Bestehende Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder Adipositas

Was zählt, ist das Gesamtbild, das den Menschen als Ganzes betrachtet. Der Fokus auf einen einzelnen Wert erlaubt noch keine soliden Rückschlüsse.

Wie unser Lebensstil den Cholesterinspiegel beeinflusst

Wenn der Cholesterinspiegel in die richtige Richtung soll, sind gezielte Lebensstilmaßnahmen sehr wirkungsvoll und das ganz ohne Nebenwirkungen.

Ernährung – auf die Qualität kommt es an:
Hochwertige Fette bevorzugen: Olivenöl, Avocado, Nüsse, Leinöl, gezielte Omega-3-Zufuhr, erhöhen HDL und senken Triglyceride. Transfette und stark verarbeitete Fette sollten gemieden werden. Lösliche Ballaststoffe aus Hafer, Hülsenfrüchten, Leinsamen und Äpfeln binden Cholesterin im Darm. Zucker und schnelle Kohlenhydrate treiben Triglyceride erhöhen VLDL.

Bewegung:
Regelmäßige moderate Ausdauerbelastung senkt Triglyceride, erhöht HDL und verbessert die Insulinsensitivität. Dreimal 30 Minuten in der Woche machen bereits einen messbaren Unterschied.

Stille Entzündung reduzieren:
Chronische Entzündungen im Körper sind ein eigenständiger Treiber für ungünstige Blutfettmuster. Zuckerreduktion, wenig Alkohol, ausreichend Schlaf und der Abbau von Dauerstress wirken direkt auf das Entzündungsgeschehen. Übergewicht im Bauchbereich ist ein besonders starker Entzündungsmotor.

Natürliche Substanzen, die den Cholesterinspiegel ausgleichen

Roter Reis (Monacolin K):
Fermentierter Roter Reis enthält Monacolin K – ein natürliches Statin. Es hemmt das Enzym HMG-CoA-Reduktase, das für die körpereigene Cholesterinsynthese zuständig ist, und senkt das LDL-Cholesterin nachweislich. Wichtig dabei: Auch Monacolin K kann wie synthetische Statine den Q10-Spiegel absenken. Wer Roten Reis nimmt, sollte Q10 ergänzen.

Lecithin:
Lecithin (Phosphatidylcholin) ist ein natürlicher Emulgator, der Fette in der Blutbahn löslich hält und die Bildung von HDL fördert. Es unterstützt außerdem die Galleproduktion und damit den Abtransport von Cholesterin aus dem Körper.

Coenzym Q10:
Q10 ist unverzichtbar für die Energieproduktion in den Mitochondrien und besonders wichtig für das Herzmuskelgewebe. Es wirkt antioxidativ und schützt LDL-Partikel vor Oxidation. Wer cholesterinsenkende Mittel nimmt – ob synthetische Statine oder Roten Reis – sollte Q10 immer ergänzen, da beide die körpereigene Q10-Synthese hemmen.

Löwenzahn:
Löwenzahn (Taraxacum officinale) regt die Leber an, fördert den Gallefluss und damit die Ausscheidung von Cholesterin über den Darm. Er wirkt leicht diuretisch und unterstützt den Stoffwechsel. Eine klassische Ausleitungspflanze, die in der Naturheilkunde seit Jahrhunderten bei Blutfettthemen eingesetzt wird.

Inositol (Vitamin B8):
Inositol ist an der Fettverarbeitung in der Leber beteiligt und fördert die HDL-Bildung. Es gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist ein natürliches Lipotropikum, also eine Substanz, die Fettansammlungen in der Leber reguliert.

Gefäßgesundheit und Kollagen

Wer die Gefäßgesundheit wirklich im Blick hat, denkt nicht nur an Cholesterin, sondern auch an Kollagen. Die Gefäßwände bestehen zu einem großen Teil aus Kollagen. Eine intakte Kollagenstruktur ist also ein wichtiger Schutz vor Gefäßschäden. Interessant ist dabei: Cholesterin lagert sich bevorzugt an Stellen ab, wo Gefäße bereits beschädigt oder entzündet sind. Wo die Kollagenmatrix brüchig ist, entstehen Risse in der Gefäßinnenwand, und der Körper schickt Cholesterin als Reparaturmaterial. Die Ursachen für die Cholesterin-Ablagerungen liegen also in den Gefäßen selbst. Sehr relevant sind hier stille Entzündungen, die die Gefäßwände reizen.

Bausteine, die der Körper braucht, um Kollagen selbst herzustellen:

  • Vitamin C (gepuffert): unverzichtbar für die Kollagensynthese – ohne Vitamin C entstehen fehlerhafte Kollagenfasern
  • L-Prolin und L-Lysin: Aminosäuren als Grundbausteine für stabile Kollagenfibrillen
  • Kupfer: als Kofaktor für das Enzym Lysyloxidase, das Kollagenfasern vernetzt
  • Zink: für Zellwachstum und Gewebereparatur
  • Silicium: für die Festigkeit des Bindegewebes

Der Körper setzt Kollagen gewebsspezifisch nach Bedarf zusammen. Gefäßkollagen, Gelenkkollagen und Hautkollagen haben unterschiedliche Strukturen. Fertige Kollagenpeptide, die über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, werden nach der Aufnahme abgebaut und neu sortiert. Wenn der Körper ausreichend mit den richtigen Ausgangsstoffen versorgt ist, kann er selbst bedarfsgerecht entscheiden, wo Kollagen aufgebaut werden soll.

Was man über Cholesterin-Senker wissen sollte

Statine sind die meistverordneten Medikamente der Welt. Sie hemmen die körpereigene Cholesterinproduktion und senken das LDL-Cholesterin. Sie sind jedoch nicht für jeden Patienten gleichermaßen vorteilhaft: Bei Menschen, die bereits ein Herzkreislaufereignis (Herzinfarkt, Schlaganfall) erlitten haben, zeigen einige Daten eine Risikoreduktion für weitere Ereignisse. Der Vorteil liegt hier also vor allem in der Sekundärprävention.

Dass die Zahlen in der Primärprävention – also bei Menschen, die noch keinen Herzinfarkt, Schlaganfall oder ähnliches hatten jedoch deutlich weniger klar sind, wird kaum kommuniziert. Studien zeigen „relative Risikoreduktionen von 30 Prozent", was beeindruckend klingt. Die absolute Risikoreduktion liegt bei vielen Studien aber bei nur ein bis drei Prozent über fünf Jahre. Das bedeutet: 50 bis 100 Menschen nehmen fünf Jahre lang täglich ein Medikament, damit einer von ihnen einen Herzinfarkt weniger erleidet. Die restlichen 49 bis 99 Patienten haben keinen offensichtlichen Vorteil, tragen aber alle Risiken und Nebenwirkungen mit.
Die bekannten Risiken und Nebenwirkungen der Cholesterinsenker sind dabei gar nicht so nebensächlich:

  • Müdigkeit, Leistungsabfall, Unwohlsein und Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen
  • Kognitive Beeinträchtigungen, Gedächtnisprobleme, Konzentrationsprobleme: Cholesterin ist für den Schutz der Nervenfasern unentbehrlich
  • Muskelschwäche und strukturelle Veränderungen der Muskulatur treten bei immerhin 10 der Statin-Konsument:innen auf
  • Erhöhtes Diabetesrisiko: Statine können zu einer verringerten Glukosetoleranz führen
  • Leberwerterhöhungen: Unter Statin-Einnahme müssen die Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden
  • Trübungen der Augenlinse und Lähmungen der Augenmuskulatur können bei Langzeitgabe auftreten
  • Hemmung der körpereigenen Q10-Synthese – mit allen Folgen für Herzleistung und Zellenergie. Wer Statine einnimmt, muss also unweigerlich Q10 einnehmen, um das Herz-Kreislauf-Risiko nicht durch den Q10-Mangel umgekehrt zu erhöhen.

Der Evolution-Tipp für einen gesunden Cholesterinspiegel

Das Produktsortiment von Evolution bietet natürliche Unterstützung für alle, die ihren Cholesterinspiegel ganzheitlich angehen möchten, am besten vor dem Hintergrund der Prophylaxe und Longevity:

  • Cholesterin Komplex Kapseln: 2 Kapseln täglich unterstützen den gesunden Cholesterinspiegel mit fermentiertem Roten Reis (Monacolin K), Lecithin, Coenzym Q10 und Inositol – eine durchdachte Kombination für die natürliche Cholesterinregulation
  • Cardio-Kollagen Komplex: 1 gehäufter Messlöffel täglich liefert mit L-Prolin, L-Lysin und Vitamin C gezielt die Bausteine für die körpereigene Kollagenbildung und hilft, deine Gefäße von innen zu stärken.
  • Q10 forte 200 mg Komplex: 1 Kapsel täglich bremst freie Radikale aus und unterstützt alle, die Statine einnehmen müssen
  • Löwenzahn Kräutertinktur: für den ganzheitlichen Ansatz begleitet dich diese spagyrische Kräutertinktur mit 3x tägl. 7 Tropfen. Sie aktiviert Leber und Gallenfluss und unterstützt die Cholesterinausscheidung auf dem natürlichen Weg. Seelisch vermittelt der Löwenzahn Lebensfreude und innere Leichtigkeit. Die Kombination seiner sanften Bitterstoffe unterstützt die Verwertung der Nahrungsergänzungsmittel optimal.

Was dein Cholesterin wirklich braucht: den ganzen Menschen

Cholesterin ist eine wichtige Substanz für den Körper. Wenn man so will, kann es ein Spiegel sein, der zeigt, was im Körper gerade passiert: hormonelle Veränderungen, stille Entzündungen, Stressphasen, Verdauungsthemen, dein Lebensstil.

Wer seine Gesundheit selbst in die Hand nimmt, wartet nicht auf eine Verschreibung oder eine Diagnose. Entzündungen lassen sich über die Ernährung dämmen. Die Stoffwechselgesundheit braucht das richtige Maß an Bewegung. Gefäße lassen sich mit den richtigen Bausteinen stärken. Leber und Galle lassen sich mit Bitterstoffen sanft in Schwung bringen. Und wenn ein Medikament nötig wird, wird es gezielt eingesetzt und mit den nötigen Add-ons begleitet.
Blutwerte sind wichtig und aufschlussreich. Sinnvoll werden sie allerdings erst durch die Beurteilung des Gesamtbildes.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten bitte immer Rücksprache mit einer Fachperson halten.

Studie:
Red Yeast Rice for Hyperlipidemia: A Meta-Analysis of 15 High-Quality Randomized Controlled Trials (Pengfan Li et Al, 2022)

Portraitaufnahme von Heilpraktikerin und Gesundheitsexpertin Christine Baumann

Über den Autor
Christine Baumann ist Heilpraktikerin in eigener Praxis im niederbayerischen Rottal. Ihr therapeutisches Spektrum verbindet Pflanzenheilkunde, Spagyrik, Homöopathie, manuelle Therapien und andere Verfahren aus der Traditionellen Abendländischen Medizin mit modernen Ansätzen aus anthroposophischer und orthomolekularer Medizin, sowie Ernährungstherapie. Praxisschwerpunkte sind Frauengesundheit, Darmgesundheit, Stoffwechsel und Immunsystem.

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